Storyboards sind ein wichtiger Teil von Filmproduktionen, vor allem wenn an Einstellungen gearbeitet wird, an denen mehrere Menschen sitzen. Ich möchte hier die Chance nutzen meine Sicht der Dinge näher zu erläutern. Da ich im Zuge meiner Masterarbeit selber Storyboards anfertige, passt das Thema ganz gut.

Also was sind Storyboards eigentlich und worin besteht ihr Nutzen?

Um einen Film zu planen, braucht es neben einem Drehbuch in den meisten Fällen auch ein Storyboard. Aber nicht jede Einstellung und Szene werden komplett durchgeplant. In der Regel kommt es vor, dass große Filme (ab 100 Millionen USD Produktionskosten) zu ¾, kleinere zu ¼ durchgeplant werden. Vor allem aufwändige Einstellungen, z.B. mit viel CGI, müssen sehr genau geplant werden, da viele Menschen im genau gleichen Bilde sein müssen, wie Szenen (!SPOILER! Hier ein Auszug aus Game Of Thrones) später aussehen sollen.

Nun hat jetzt nicht jeder zu produzierende Film so ein großes Budget wie Hollywood oder so viele Menschen, die an einer Szene zusammen in der Postproduktion arbeiten müssen. Storyboards können auch helfen Menschen die Idee vom späteren Film zu zeigen, ohne schon in große Vorproduktionen zu gehen.

Auf den Zettel fertig los?

Wenn man einen Film gedanklich zu Papier bringen will, sollte man sich über folgende Attribute Gedanken machen:

Durchnummerierung der Shots/ Einstellungen
Im Grunde selbstverständlich. Es kann allerdings vorkommen, dass die Kamera sich innerhalb einer Sequenz so verändert, dass es neues Bild entsteht. So macht es Sinn, die erste und letzte Einstellung festzuhalten. Es kann aber auch durchaus Sinn machen Zwischen-Steps zu skizzieren.

Zeit
Timing hat im Film eine besondere Rolle. Da jeder unterschiedlich auf ein Panel(gezeichneter Shot) schaut, sollte definiert werden, wie lange die Einstellung steht.

Beispiel: Schaue ich fünf Minuten zu, wie jemand eine Tasche packt oder sehe ich eine Sekunde lang, wie jemand Gegenstände in einer Tasche verschwinden lässt.

Die Aussage bleibt: Tasche packen.

Kamerabewegung
Die Kamera soll eine Abfolge von Objekten zeigen. Hier wird definiert, welchen Weg sie dafür nehmen soll.

Sound
Einstellungen, die mit Musik oder Atmosphäre unterlegt werden, haben eine intensivere Wirkung als stumm abgespielte Videoclips.

Zum Beispiel hört man Schritte vom Verfolger und sieht aber die ängstlichen Blicke vom Verfolgten.

Dialoge
Muss ein Schauspieler auf eine Situation besonders oder anders reagieren, als er es normal machen würde, lohnt es sich Dialoge mit anzuführen.​

Ort
Da in den Panels oft die Hintergründe nicht im Detail ausgearbeitet werden, sollte auch hier eine Erwähnung stattfinden. Wenn plötzlich vom Wohnzimmer ins Bad gewechselt wird, kann es schnell zu Verwirrung kommen.

Lichtverhältnisse
Ist es Tag oder Nacht, nebelig oder sonnig, ändern sich die Lichtverhältnisse? Das alles sind wichtige Faktoren für den Dreh.