Dass Facebook den Newsfeed umkrempelt, hat inzwischen so ziemlich jeder mitbekommen. Allerdings spalten sich auch bei dieser Ankündigung von Mark Zuckerberg die Gemüter (wie eigentlich bei allem, was Facebook so tut).

Nochmal kurz zur Erinnerung: In Zukunft sollen im Newsfeed also wesentlich mehr Beiträge von Facebook-Freunden und wesentlich weniger von Unternehmen, Medien, und so weiter angezeigt werden. Damit soll die private Interaktion gefördert werden, heißt: Die Hundefotos der Mutter meiner Schulfreundin bekomme ich bald auf jeden Fall häufiger zu sehen als die Nachrichten der Lokalzeitung um die Ecke.

 

Was bedeutet das? Mr. Zuckerberg gibt sich in seiner Ankündigung auf seinem Facebook-Profil große Mühe, zu betonen, wie toll und super und richtig klasse das für die Menschen wird, wenn man erstmal wieder total enge Bindungen zu den Menschen in seinem Umfeld aufbaut, weil man mehr von ihnen im Newsfeed sieht. Dafür war Facebook schließlich ursprünglich mal gedacht: „We built Facebook to help people stay connected and bring us closer together with the people that matter to us“, so zumindest Zuckerberg.

Aber ist es so einfach möglich, die komplette Identität von Facebook quasi „zurück zu ändern“ in das, was sie irgendwann mal war, ausgehend von dem, was sie inzwischen geworden ist? Und das nur, weil es für die Nutzer „das Richtige“ ist? Immerhin hat Facebook für viele Nutzer inzwischen die Funktion eines Nachrichtenmediums, und es wird vielleicht nicht unbedingt leicht fallen, sich daran zu gewöhnen, dass auf einmal alles anders wird – je nach dem, wie stark man das am Ende wirklich mitbekommt.

 

Aber unabhängig davon, ob die Nutzer das alles nun wirklich wollen oder nicht, weiß der gute Mr. Zuckerberg natürlich auch, dass seine Rückbesinnung auf frühere Ideologien vor allem für Unternehmen Einschnitte bedeutet, und das nicht zu knapp. Das liegt eben vor allem daran, dass inzwischen viele Unternehmen auf Facebook als Kanal setzen, um für sich selbst oder ihre Produkte zu werben.

Was bleibt also in Zukunft? Natürlich werden auch Beiträge von Unternehmen und Medien immer noch im Newsfeed ausgespielt, nur eben nicht mehr so prominent wie vorher. Außer natürlich, es würde eine völlig neue Art von Wettbewerb um die Werbeslots entstehen, die Facebook verkauft… aber eine gesteigerte Nachfrage nach solchen Werbeslots hat der Facebook-Chef natürlich nicht im Sinn gehabt, nicht mal ein bisschen, es geht ihm rein um das Nutzungserlebnis. Klar.

 

In der Folge wird es für Unternehmen und Medien jedenfalls nach und nach noch wichtiger werden, qualitativ hochwertige Inhalte zu produzieren und zu teilen, die außerdem auch wesentlich genauer auf die Zielgruppe zugeschnitten sind, damit die Nutzer möglichst viel davon trotzdem noch sehen werden.

Das wiederum ist ja vielleicht gar nicht so schlecht – vorausgesetzt, man würde sich damit auskennen, wie man solche Inhalte produziert. Und hey, alle, die sich nicht damit auskennen, können sich ja zum Beispiel an eine Agentur wenden, die sich blendend darauf versteht!

 

Bis bald,

eure Laura