Ich bin neu hier. Du auch?

Josh lernt Bewegtbild. Und teilt seine Erkenntnisse mit Euch!

Moin moin!

Ich bin Josh. Und wenn Ihr wissen wollt, was das heißt und wer noch alles mit an Bord ist, dann schaut mal hier vorbei. Wenn es Euch mehr um technisches Know-How aus Produktion und Postproduktion geht, dann einfach weiterlesen 😉

Auf dem Blog von Deichblick kann sich ja jeder so ein bisschen austoben und über die Themen schreiben, die ihn oder sie gerade beschäftigen. Bei mir sind das meistens Themen, die mit der Produktion oder Postproduktion von Bewegtbild zu tun haben. Gerade weil ich wenig Berufserfahrung habe, entdecke ich jeden Tag Dinge, die neu und unglaublich spannend sind. Ich hoffe, dass ich mir die Begeisterung auch in den nächsten Jahren aufrechterhalten kann und immer wieder mit Euch teilen kann. Heute ist also Tag 1 und es geht, wie so oft, um ein gutes Bild.

Wie jeder, der sich mit Fotografie und Video beschäftigt, gibt es wirklich nichts Schöneres, als ein gutes Bild zu schießen. Das Gefühl kennt jeder: Du schaust auf das Display und willst am liebsten sofort nach Hause rennen und entwickeln…

 

Umso ärgerlicher, wenn das Bild am PC dann doch nicht ganz so toll aussieht, wie auf dem kleinen Kameradisplay. Gründe dafür gibt es genug: Hohes Rauschen, falscher Weißabgleich, hohe Framerate bei niedrigem Shutter oder einfach die falsche Auflösun. Mir ist das leider schon so manches mal passiert und ich suche immer nach Wegen, die Risiken beim Filmemachen zu minimieren und meine Bilder zu optimieren. Deshalb habe ich mich mit dem Cine EI Modus von Sony beschäftigt. Falls Euch mein Beitrag zu wenig in die Tiefe geht und Ihr Euch gerne intensiver mit dem Cine EI Modus beschäftigen möchtet, kann ich Euch den Cine EI-Guide von Sony-Guru Alister Chapman empfehlen.

Was ist der Cine EI Modus?

Grundsätzlich können die Sony PXW-FS7 sowie einige andere digitale Filmkameras in einem besonderen Modus arbeiten, dem Exposure Index (EI) Modus.  Um den wirklich zu verstehen, ist es hilfreich einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Zu der Zeit, als man noch richtigen Film in die Kamera einlegen musste.

Vor den Digitalkameras gab es Filme, die auf eine bestimmte ISO (früher ASA) genormt waren. Die ISO bestimmt die Lichtempfindlichkeit und damit die Helligkeit des Bildes. Es gab Filmrollen mit ISO 200, ISO 400, ISO 800 usw. Je höher der ISO-Wert der Filme, desto heller wurde das Bild. Aber auch das hässliche Rauschen des Materials nahm dabei zu. Bei idealen Lichtverhältnissen konnte man also einen Film mit einer niedrigen Lichtempfindlichkeit nutzen und so ein schönes Bild erzielen. In vielen Fällen jedoch gibt es vor Ort zu wenig Licht und man benötigt höhere Lichtempfindlichkeiten. Nun kann man entweder einen Film mit höherer ISO nutzen oder aber durch verschiedene Techniken in der Postproduktion die Helligkeit erhöhen. Genau dafür ist der EI Modus gedacht. Man geht also davon aus, dass in der Postproduktion noch etwas passieren muss, bevor der Film wirklich fertig ist.

Was bewirkt der Cine EI Modus bei der Sony PXW FS-7?

  • ISO-Wert auf 2000 fixiert, Dynamikumfang stets bei maximalen 14 Blendenstufen
  • Paint Menue deaktiviert
  • kein automatischer Weißabgleich, stattdessen Presets
  • Gamma, Knee, Black, Matrix inaktiv

Was passiert hinter den Kulissen?

  • Qualität der Farben: Im Cine EI Modus können S-Gamut, S-Gamut3 und S-Gamut.cine in Kombination mit den Slog2 und Slog3 Kurven verwendet werden. Die neueren S-Gamut-Farbräume sind in den Grün- und Blau-Bereichen verbessert worden und können je nach Geschmack dem Sony-Look vorgezogen werden.
  • Dynamikumfang: Im Cine EI Modus kann der ISO Wert nicht verändert werden. Egal wie hell oder dunkel das Bild, er bleibt stets bei 2000 und sichert damit den maximalen Dynamikumfang von 14 Blendenstufen.
  • LUTs: Im CineEI Modus arbeitet man mit Monitor-Luts, die einem bei der richtigen Belichtung des Bildes helfen. Beispielsweise legt man sich einen Rec.709-LUT auf den Sucher und sieht auf diese Weise, wie das Bild mit nur sechs Blendenstufen Dynamikumfang aussehen wird. Die interne Aufzeichnung wird davon jedoch nicht betroffen!

Warum das alles?

Ziel des Cine EI Modus ist es, stets den vollen Dynamikumfang zu behalten und gleichzeitig das Rauschen der Kamera zu minimieren. Nur wie gelingt das wenn die ISO auf 2000 festgenagelt ist?

Im Prinzip gaukeln wir dem Kameramann mittels eines Monitor-LUTs vor, das Bild sei zu dunkel. Daraufhin belichtet dieser das Bild um 1-2 Blendenstufen zu hell. Dies allerdings nicht mithilfe einer erhöhten ISO, sondern mit einer weiter geöffneten Blende oder ganz einfach mit mehr Licht im Raum. In der Postproduktion kommt nun ein leicht überbelichtetes Licht an, dass vom Cutter oder Coloristen wiederum abgesenkt wird. Neben der überschüssigen Helligkeit wird auch das Rauschen entfernt und am Ende erhält man ein richtig belichtetes Bild mit weniger Rauschen. Das Ganze kann natürlich auch andersherum gemacht werden und für dunkle Szenen verwendet werden. Statt einem Cine EI Wert von 500 stellt man die Kamera dann auf 1600 EI oder höher.

Im Prinzip verschiebt man mit 500 EI den Mittelpunkt des Dynamikumfangs und kann auf diese Weise die 14 Stufen Dynamikumfang der Sony PXW FS-7 optimal nutzen. Zum Beispiel ist ein Bild einer Straßenszene mit wenig Himmel, also wenigen hellen Bereichen optimal geeignet dafür, einen niedrigen Wert von bspw. 500 EI zu verwenden. Weil der Kameramann automatisch um ein bis zwei Blendenstufen zu hell belichten wird, verliert er im hellen Bereich ein wenig Zeichnung. Das ist nicht weiter schlimm, denn das wichtige ist ja immerhin die Straßenszene. Umgekehrt ist das natürlich auch möglich. Ein Bild, dass hauptsächlich aus hellen Bereiche besteht, kann mit einem hohen EI Wert aufgenommen werden. Der Kameramann belichtet automatisch zu dunkel und so bleiben alle wichtigen Zeichnungen in den hellen Bereichen bestehen.

Für eine weitere anschauliche Erklärung des Cine EI Modus dient auch dieses Video von Alister Chapman:



Das war mein erster Blogbeitrag! Ich hoffe, Ihr seid niciht eingeschlafen ;). Falls noch Fragen offen sind, oder Ihr zu einem anderen Thema noch Antworten sucht, schreibt uns gerne auf Instagram, Facebook oder YouTube!

Cheers

Josh